Der Weg der Vergebung


Vergebung


Vergebung ist ein Prozess, der aus 7 Schritten besteht



VERLEUGNUNG


Verleugnung auch (Leugnung) bezeichnet, ist eine ausdrückliche oder unausgesprochene Nicht-Anerkennung einer Annahme, Unterstellung, Tatsache oder Behauptung.

Es ist ein Abwehrmechanismus, der unterschiedliche Abwehrvorgänge, z.B. Verneinung, Verdrängung, bis hin zur Spaltung in Gang bringt, unter der Aussage, dass man etwas nicht wisse oder davon nichts hören will, die guten Anteile idealisiert und die schlechten abwertet. Dies dient der Abwehr unerträglicher Angst- und Hilflosigkeitsgefühlen und einer symbolischen Rückerlangung von Kontrolle. ​ Folgende Gefahr kann hierbei entstehen: Eigene Selbstanteile, Stimmungen, Absichten, Bewertungen und Gefühle werden anderen Personen zugeschrieben. Diese Gefühlsregung wird auf eine Person projiziert, wie bei einer optischen Projektion.

Die Kombination von Vorgängen bei der die leugnende Person unbewusst negative Selbstanteile (in der Regel Aggressionen) von sich abgespaltet, dann auf das Gegenüber projiziert, führt dazu, wenn das Gegenüber sich unbewusst mit den abgespaltenen, projizierten Anteilen identifiziert und so handelt, wie es der Erwartung entspricht z. B. auch aggressiv, werden durch diese Verlagerung unangenehme, unerträgliche Selbstanteile und innere Konflikte in der Außenwelt inszeniert, um das eigene Gleichgewicht, Glaubenssätze und das bestehende Weltbild aufrechtzuerhalten, was jedoch die Beziehungen zu anderen stark belasten kann, und somit ein starkes Indiz für die Verleugnung selbst ist.



SCHULDZUWEISUNG


Die Schuldzuweisungen beziehen sich nie auf die eigene Person, sondern immer auf andere Personen oder ungünstige Umstände. An ihrer misslichen Lage, an der belastenden Situation, an Fehlern, an was auch immer – schuld sind immer die anderen oder die Umstände ODER …

„Ich würde ja, aber …“

„Weil der oder die …, kann ich nicht …“

„Wäre bloß nicht … gewesen, dann hätte ich schon lange …“

„Wenn ich mehr Geld hätte, dann …“

Durch die Schuldzuweisung drückt man sich vor der Eigenverantwortung, weil die Verantwortung für das eigene Leben und den Lebensumstand nicht übernommen wird, bleibt der Lebensumstand der selbe und man ist in der Schuldzuweisung festgefahren. Aus dieser Situation kann keine wünschenswerte Zukunft kreiert werden, denn man hält sich in der Situation in der man steckt selbst gefangen und entmächtigt sich selbst, weil die Verantwortung nicht übernommen wird. ​ Personen die in dieser Selbst gewählten Opferrolle stecken, erwecken durch dieses gewohnte bemängeln (fest eingeprägte Glaubenssätze) ihrer Umstände, die sie in einer endlosen Spirale suhlen lassen, oft den Eindruck, als wäre es bei ihnen viel schlimmer als bei allen anderen und das sie deswegen nichts an ihrer Situation ausrichten, oder verändern können. Für alles, was ihnen widerfährt, suchen und finden sie die Schuld bei anderen. Das kann für das unmittelbare Umfeld mühsam, nervend und ärgerlich sein, was häufig dazu führt, dass Menschen zu diesen Personen früher oder später Abstand & Distanz suchen und den Kontakt dann ganz meiden.



SELBSTMITLEID


Das Selbstmitleid ist ein Verhalten mit welchen man negativ auf Missgeschicke, eigenes Versagen und Unfähigkeit reagiert. (im Extrem: „alles hat sich gegen mich verschworen“). Mangelnde Selbstkritik und die Weigerung, übergeordnete Gesichtspunkte einschließlich der Häufung von ungünstigen Zufällen nüchtern einzubeziehen, kommen hinzu. ​ Selbstmitleid übt starken Einfluss auf die Gefühle und das Denken aus. Es steuert das Verhalten in eine sehr destruktive Richtung. Der Selbstbemitleidende neigt mehr und mehr zu negativem Denken, fühlt sich selbst als Opfer schwieriger Verhältnisse, vernachlässigt und ungeliebt von anderen. Trauergefühle, Ärger, Ängste und Hoffnungslosigkeit kennzeichnen seine Gefühlswelt. Das gezeigte Verhalten wird immer passiver und zunehmend von Aussichtslosigkeit und sich aufgeben geprägt. Das Interesse an der Umwelt lässt nach und die Person zieht sich in Extremfällen gänzlich zurück. In extremsten Fällen kann Selbstmitleid zu einer schweren Depression, bis hin zu Selbstmord Gedanken und zu Selbstmord führen.



EMPÖRUNG, WUT


Empörung ist eine emotional begleitete Entrüstung, als Reaktion auf Verstöße gegen moralische Werte. Wut ist auch als Raserei, Zorn, Wahnsinn und das in sich Toben bekannt. ​ Wut ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, die durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z.Bsp. eine Kränkung, ausgelöst worden ist. ​ Diese starke emotionale Verärgerung und Aggression über etwas, entsteht als grundsätzliche Reaktion auf Frustration, als Aggressionstrieb, oder als erlerntes antrainiertes Verhalten, durch bestimmte Erfahrungen und durch das Lernen von Vorbildern. ​ Wut wird oft als Überreaktion und Charakterschwäche bezeichnet. Sie gilt in den meisten Kulturen als verwerflich und ist gesellschaftlich nicht akzeptiert. Sie entspricht nicht dem erwarteten Sozialverhalten. Dennoch hilft sie in vielen Fällen den Willen durchzusetzen. Erfahre mehr über Wut und wie du dich durch ihre Schichten bewegen und wachsen kannst. Wahrscheinlich sind nicht wenige Suizide von vielen Menschen die Folge dieser noch nicht vorhandenen Fähigkeit mit heftigen Emotionen fertig zu werden, und es kommt dann fallweise dazu, wenn die Verzweiflung alle Masse übersteigt – dass es im Moment – aus Sicht der Person das geringere Übel ist, sich das Leben zu nehmen, als die seelischen Qualen weiter zu ertragen.



MUSTER ERKENNEN


Muster sind etwas ganz Typisches für die Bewältigung unseres Lebens. Sie vereinfachen unser Vorgehen, weil wir nicht jedes Mal neues Verhalten entwickeln müssen, sondern auf bereits vorhandene Vorlagen zurückgreifen können. Ein Muster ist wie ein internes Netzwerk: Es besteht aus verschiedenen, automatisch miteinander verschalteten Elementen, die durch Reize aller Art ausgelöst werden.

Erkannt wird ein Reiz dadurch, daß er am besten mit einer inneren Repräsentation, einer Schablone, übereinstimmt. Wir verlassen das Hier und Jetzt und handeln, als wären wir wieder in einem Dort und Damals. Wir greifen auf ein „bewährtes“ Verhaltensmuster zurück, das sich in einer anderen Zeit schon einmal als hilfreich gezeigt hat.

Dem Muster ist es auch egal, ob es von positiven Emotionen begleitet ist; denn ein Muster schafft auch ein subjektives Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit. So werden auch belastende Muster und zugehörige Emotionen weiter fortgesetzt. Demnach werden automatisierte Muster aktiviert, die sich einfach durchsetzen, auch wenn sie zur aktuellen Situation nicht passen und dort nicht hilfreich sind. Da es im limbischen System keine Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gibt, sondern alles, was gerade eingeschaltet ist, jetzt ist, werden auch belastende Erinnerungen erlebt, als würden sie jetzt wieder stattfinden.

Wenn wir diese Muster in uns nicht erkennen, scheitern wir immer wieder auf die gleiche Weise.



AUS DEM MUSTER TRETEN


Ist das Muster erkannt und die damit verbundenen Emotionen durchlebt, erkennen wir warum wir es haben, wieso wir es geschaffen haben, wozu es uns bewegt, warum wir es nicht erkannt haben, was wir uns durch dieses Muster alles erschaffen haben, und wo die Wurzel diese Musters liegt.

Jede Sinneserfahrung, Gedanken, Emotion oder sensorische Erlebnis, das nicht vollständig bewusst ist, bleibt im Körper gespeichert. Durch das bewusst werden der Gedanken- und Verhaltensmuster, das bewusste fühlen der Emotionen, die mit dem Muster in Verbindung stehen, werden die Vernetzungen der Hirnareale aufgelöst. So können neue Hirnareale Vernetzungen geformt und neue dienliche Gedankenmuster und Verhaltensmuster geschaffen werden.

So wählen wir bewusst einen neuen Schritt, treffen aus eigener Kraft und Entscheidung eine neue Wahl, treten aus dem Muster heraus, können uns selbst, und den Menschen vergeben von dem wir dieses Muster gelernt haben.



VERGEBUNG


Vergebung ist ein vorwiegend innerseelischer Prozess, der unabhängig von Einsicht und Reue des Täters vollzogen werden kann. Vergebung bedeutet nicht gleich Versöhnung. Vergebung bedeutet nicht, dass man den Täter lieben, ihn gern haben oder mit ihm in Kontakt bleiben muss. Ein häufiger Fehler bei der Vergebung ist zu denken, dass man einfach Vergeben kann, und es ist erledigt. Dies ist in der Regel eine Verleugnung von Emotionen, die nur negative Auswirkungen haben kann. ​ Durch Vergebung befreit sich die verletzte Person aus der Opferrolle. Sie ist nicht mehr nachtragend. Die Tat kann nicht ungeschehen gemacht werden; aber die verletzte Person kann besser mit den Folgen leben. Wer vergibt, vergibt wegen seiner selbst willen. ​ Man vergibt damit man frei von der Vergangenheit ist, sich aus dem Kreislauf des Leidens, des alten Musters befreit, und sich voll und ganz auf die Zukunft ausrichten kann, die man sich wünscht, ohne noch von alten Erfahrungen, Gedankenmustern, Verhaltensweisen und Emotionen beeinflusst zu werden. ​ Wenn man wirklich vergibt, stirbt etwas und etwas wird geboren.



Vergebung

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